Saitama (埼玉) ist eine Präfektur, die oft im Schatten Tokios steht. Doch wer glaubt, dass es sich nur um eine bloße Pendlerregion handelt, unterschätzt ihre Vielfalt. Mit einer Mischung aus urbanem Flair, beeindruckender Natur und reicher Kultur bietet Saitama weit mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Ob historische Stätten, wirtschaftliche Bedeutung oder sportliche Highlights – Saitama hat für Einheimische und Reisende gleichermaßen viel zu bieten.
Geographie und Landschaft
Die Präfektur Saitama liegt im Herzen der Region Kantō und grenzt im Süden direkt an Tokio. Sie erstreckt sich über eine weitläufige Ebene, die von den Flüssen Arakawa und Tone durchzogen wird. Während der Süden stark urbanisiert ist und oft als Erweiterung des Großraums Tokio angesehen wird, bietet der Westen mit den Chichibu-Bergen eine beeindruckende Naturkulisse. Diese Bergregion ist ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber, die sich in den tiefen Wäldern, Höhlen und Wasserfällen der Region verlieren möchten.

Geschichte und Kultur
Saitama blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die Jomon-Zeit reicht. Besonders bekannt ist die Stadt Kawagoe, die wegen ihrer gut erhaltenen Edo-zeitlichen Straßen den Spitznamen „Klein-Edo“ trägt. Hier können Besucher durch enge Gassen mit traditionellen Lagerhäusern (Kurazukuri) schlendern und in den Genuss historischer Architektur und regionaler Süßigkeiten kommen.
Ein weiteres kulturelles Highlight ist das Chichibu Nachtfestival, eines der spektakulärsten Feuerwerksfeste Japans, das jedes Jahr im Dezember Besucher aus dem ganzen Land anzieht. Saitama ist zudem für seine zahlreichen Schreine und Tempel bekannt, darunter der Musashi Ichinomiya Hikawa-Schrein, einer der ältesten Shintō-Schreine der Region.

Wirtschaftliche Bedeutung
Saitama ist nicht nur eine Pendlerregion für Tokio, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Die Präfektur beheimatet zahlreiche Industrie- und Logistikzentren, insbesondere in den Bereichen Automobil, Elektronik und Maschinenbau. Große Unternehmen wie Honda und Seibu Holdings haben hier wichtige Niederlassungen.
Auch der Agrarsektor spielt eine Rolle – Saitama ist für seine hochwertige Gemüseproduktion bekannt, insbesondere für Negi (Lauchzwiebeln) und Spinat. Zudem sind die traditionellen Handwerkskünste, etwa die Herstellung von Iwatsuki-Puppen, ein wichtiger Wirtschaftszweig der Region.

Sport und Freizeit – Die Heimat der Urawa Reds
Ein besonderes Highlight in Saitama ist die Sportkultur, insbesondere der Fußball. Die Urawa Red Diamonds, eine der erfolgreichsten Fußballmannschaften Japans, haben hier ihr Zuhause und genießen eine leidenschaftliche Fangemeinde. Das Saitama-Stadion 2002, eines der größten Fußballstadien Japans, war einer der Austragungsorte der FIFA-Weltmeisterschaft 2002 und wird für internationale Sportveranstaltungen genutzt.
Neben Fußball bietet Saitama auch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, darunter das Tobu Zoo Resort, den Hitsujiyama Park mit seinen berühmten rosa Moosblumen im Frühling und den Moomin Valley Park, der von der finnischen Mumin-Welt inspiriert ist.

Die unterschätzte Perle der Kantō-Region
Saitama mag zwar oft als Tokios „Nebenpräfektur“ betrachtet werden, doch sie hat ihren eigenen Charme und viele spannende Facetten. Von historischer Architektur in Kawagoe über beeindruckende Natur in Chichibu bis hin zu einer lebendigen Sport- und Wirtschaftsszene – Saitama ist eine Region, die mehr Aufmerksamkeit verdient. Wer das nächste Mal Tokio besucht, sollte einen Abstecher nach Saitama in Betracht ziehen, um eine andere, aber ebenso faszinierende Seite Japans kennenzulernen.